Langer Atem lohnt sich! Zwei verhaltensbedingte Kündigungen trotz vorheriger Abmahnungen nicht gerechtfertigt - SQR Rechtsanwälte obsiegen in erster Instanz

19. August 2014

SQR Rechtsanwälte vertraten vor dem Arbeitsgericht Hannover eine bei einem überregional tätigen Logistikunternehmen beschäftigte Sachbearbeiterin. Das Unternehmen wollte unserer Mandantin aufgrund eines angeblich in unsachlichem Ton geführten Telefonats eine außerordentliche verhaltensbedingte Kündigung aussprechen. Unsere Mandantin reichte daraufhin Klage ein, da sie die Kündigung für nicht wirksam hielt. Im Laufe des Prozesses sprach man sodann die zweite außerordentliche verhaltensbedingte Kündigung aus. Man wollte eine weitere Verfehlung „aufgedeckt“ haben.

Der ersten Kündigung gingen bereits zwei Abmahnungen voraus. Bereits häufiger warf man unserer Mandantin vor, sich im Umgang mit Kollegen sowie bei Telefonaten mit Geschäftspartnern angeblich unangemessen verhalten zu haben.

Die zweite Kündigung erfolgte, da man glaubte, unserer Mandantin einen Verstoß gegen das BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) nachweisen zu können. Diese speicherte eine Tabelle mit Daten von Auszubildenden in einem persönlichen Unterordner auf dem Computer ab und soll vergessen haben, den Passwortschutz ausreichend sichergestellt zu haben.

Unsere Mandantin und wir hielten die Kündigungen für unbegründet. Was Kündigungen wegen angeblicher Beleidigungen angeht, muss dabei immer beachtet werden, in welchem Umfeld die Aussagen gefallen sind (bspw. Bankhaus oder Baubranche).

Bei der zweiten Kündigung war wieder einmal zu beachten, dass in dieser Angelegenheit zwar Abmahnungen bereits ausgesprochen worden sind, nicht aber wegen Verstoßes gegen datenschutzrechtliche Grundsätze. Deswegen sollte aber gekündigt werden. Vor diesem Hintergrund konnten wir erfolgreich argumentieren, dass auch die zweite Kündigung rechtswidrig war.

Das Amtsgericht Hannover sah dies letzten Endes wie wir und hielt beide Kündigungen, ob ordentlich oder außerordentlich, für rechtswidrig.

Der Arbeitgeber hat nun tatsächlich die dritte Kündigung ausgesprochen und gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Hannover Berufung eingelegt.

Leider kommt es immer häufiger vor, dass ein Arbeitgeber eine (drohende) Niederlage vor Gericht zum Anlass nimmt, nach weiteren möglichen Fehlverhalten zu suchen und Dinge zu Anlass einer Kündigung zu machen, die in einem nicht vorbelasteten Arbeitsverhältnis nicht hinterfragt worden wären. In diesem Fall benötigen Sie einen Partner, der Ihren Kampfgeist teilt und uneingeschränkt langfristig hinter Ihnen steht.

 

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Dr. Florian Israel, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Durchwahl: 0531-310 7 3112

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