Unfreundliches Verhalten gegenüber Kunden rechtfertigt Abmahnung

07. September 2014

Wenn sich ein Arbeitnehmer gegenüber Kunden unfreundlich verhält und aufgrund dieses arbeitsvertragswidrigen Verhaltens eine Abmahnung erhält, kann die Abmahnung in der Regel nicht entfernt werden.

Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein hat mit Urteil vom 20.05.2014, ebenso wie das Arbeitsgericht, die Klage eines Ausbildungsberaters abgewiesen, der eine ihm erteilte Abmahnung wegen unfreundlichen Verhaltens für nicht gerechtfertigt hielt. Folgender Sachverhalt trug sich zu. Ein Lehrgangsteilnehmer fragte den Kläger per E-Mail nach Einzelheiten einer mündlichen Ergänzungsprüfung. Daraufhin teilte dieser ihm mit, es dürfe "eigentlich selbstverständlich sein, dass man sich dort anmeldet wo man sich auch zur schriftlichen Prüfung angemeldet hat. Dass Anmeldungen nicht auf Zuruf erfolgen können, sollte ebenfalls klar sein." Als der Kunde die Antwort als unfreundlich beanstandete, antwortete der Kläger ihm unter anderem: "Nach heute mittlerweile ca. 20 Anrufen von angehenden Meistern bleibt die Freundlichkeit einfach aus."Als die Arbeitgeberin von dieser Korrespondenz erfuhr, erteilte die Arbeitgeberin dem Ausbildungsberater eine Abmahnung.

Arbeitnehmer können die Entfernung einer Abmahnung aus ihrer Personalakte nur verlangen, wenn die Abmahnung entweder inhaltlich unbestimmt ist, unrichtige Tatsachenbehauptungen enthält, auf einer unzutreffenden rechtlichen Bewertung des Verhaltens des Arbeitnehmers beruht oder den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt bzw. wenn bei einer zu Recht erteilten Abmahnung ein schutzwürdiges Interesse des Arbeitgebers an deren Verbleib in der Personalakte nicht mehr besteht. Hier war keine dieser Voraussetzungen erfüllt.

Insbesondere ist die Abmahnung nicht unverhältnismäßig, denn die abgemahnte Pflichtverletzung des Klägers stellt keine Nichtigkeit dar. Aufgabe des Arbeitnehmers ist die Kommunikation mit den Kunden. Der Arbeitnehmer antwortete nicht nur einmal unfreundlich, sondern wiederholte dies im Verlauf der E-Mail-Kommunikation. Aus diesem Grund ist die Abmahnung berechtigt.

 

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Dr. Florian Israel
Durchwahl: 0531-310 7 3112

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